Monday, 21. February 2011

O tempora, o mores

Ich kann's nicht mehr hören. Das Geschwätz der Guttenberg-Fans von den paar Fußnoten und Hauptsache, er mache seinen Ministerjob ordentlich.

Es geht NICHT um eine Handvoll vergessener Anführungszeichen und auch nicht um »angebliche« Fehler: für jedermann nachvollziehbar beweist Guttenplag, dass mindestens 70 Prozent der Seiten der Dissertation zusammengeklauten Inhalt haben und dass Wortänderungen zur Verschleierung vorgenommen wurden.

Diese Arbeit ist Betrug. PUNKT. Noch dazu hat Googleberg den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages mitarbeiten lassen. Damit hat er UNSERE Steuergelder für seinen Doktortitel ausgegeben. Und so jemandem soll man den Verteidigungshaushalt anvertrauen?

Und nein, er macht KEINEN guten Job als Verteidigungsminister (Gorch Fock, Talkshow mit Frau und Kerner in Afghanistan, geöffnete Feldpostbriefe; siehe NZZ Online).

Und er ist mittlerweile (?) so arrogant (weltfremd? abgehoben?), dass er die Presse nach Gutsherrenart verschaukelt.

Können wir den Herrn bitte zurück auf seine Ritterburg schicken? Ich möchte lieber von den Marx-Brothers regiert werden. Oder noch besser: Danny Kaye.

Die Haargelindustrie wird es verschmerzen.

PS: nachdem für Herrn Dr. Guttenberg die Plagiatsvorwürfe letzte Woche noch abstrus waren, er ein paar Tage später den Doktortitel bis nach der Prüfung durch die Universität Bayreuth ruhen lassen wollte (aber nur bis dann), mag er jetzt gar nichts mehr vom Doktorspielen wissen. Nachdem er sich vorher mit fremden Federn summa cum laude geschmückt hat, bezeichnet er seine Dissertation jetzt als Blödsinn. Schönes Lob für die Damen und Herren, die die Originaltexte wirklich in mühsamer Arbeit verfasst haben.

Und das Stimmvieh hält begeistert an ihm fest ... Wir haben Glück, dass Horst Schlämmer nicht wirklich zur Wahl angetreten ist. Vermutlich wäre er jetzt Kanzler.

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7 Comments to "O tempora, o mores"

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  1. mark
    22.02.2011 at 20:13 Permalink

    Danke Klaus. Viel mehr müsste man dazu auch nicht sagen.

    Getreu dem allzeit gültigen

    [...Zitat aus urheberrechtlichen Gründen entfernt, sorry…]

    Quelle: http://www.karl-valentin.de/zitate/zitate.htm

    Reply

  2. Klaus
    22.02.2011 at 22:04 Permalink

    Bitte entschuldige, dass ich Deinen Kommentar moderiert habe. Leider bin ich nicht Verteidigungsminister, sonderen nur Blogger. Und die werden für Valentin-Zitate kräftig zur Kasse gebeten, wie eine kurze Suche zeigt:
    http://www.google.com/search?q=abmahnung+valentin

    Das genannte Zitat steht auf der Valentin-Seite rechts im oberen Kasten: “Es ist schon … usw.”

    Reply

  3. Frank
    23.02.2011 at 01:04 Permalink

    Morgen veranstaltet die BILD Zeitung eine Telefonabstimmung zu Guttenberg. Der “Guttenberg-Entscheid” – für 14 Cent aus dem Festnetz darf man seine Meinung kund tun: Darf er bleiben, soll er gehen?

    Ist schon großartig, dass BILD seine Leser für genauso dumm verkauft wie sie tatsächlich sind und das erwartbare Ergebnis in gewissen Kreisen der CDU Frohlocken auslösen wird..

    Vielleicht ist das aber auch schon ein vom Merkel / Guttenberg offiziell initierter Vorstoß für direkte Demokratie.

    O tempora…

    Reply

  4. Klaus
    23.02.2011 at 17:00 Permalink

    Vielleicht sollten wir Minister künftig gleich von Dieter Bohlen casten lassen.

    Die Partei Die Partei hat schon vor Jahren ihre Kanzlerkandidatin in einer Disko gekürt.

    Reply

  5. mark
    23.02.2011 at 10:35 Permalink

    Oh, sorry.
    ich wollte natürlich keine Probleme mit einem Kommentar anrichten.
    Aber das ist Deutschland …

    Reply

  6. Klaus
    23.02.2011 at 15:35 Permalink

    Jep. Für ein Zitat wird man abgemahnt, für viele Zitate erhält man einen Doktortitel “summa cum claude” und wird Minister.

    Reply

  7. Tobias
    23.02.2011 at 16:54 Permalink

    Klasse finde ich auch seine Begründung, warum er nun von »abstrus« auf die Bitte um Aberkennung des Titels umgeschwenkt ist: er habe erst am Wochenende nach Blick in die Dissertation die Vielzahl der »Fehler« erkannt. Meine Diss, das unbekannte Wesen?

    Reply

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Tue, 22.05.2012
Also einen Photo mit Espressomaschine würde ich kaufen…..
Sun, 20.05.2012
Danke. 2008 sahen Spitzenplätze ähnlich aus: Blue note (23,8), Swing Kids (23,5), Big Stuff (22,3). Das Jellyfish Jazz Orchestra gab es damals noch gar nicht! Eine großartige Leistung. [...]
Sun, 20.05.2012
Knapp. Platz 4 finde ich trotzdem ein sehr gutes Ergebnis, Glückwunsch!
Sat, 19.05.2012
Hallo Winfried, vielen Dank. Schade, dass ich Dein Ensemble nicht gehört habe. Klingt spannend. Und meinen Glückwunsch zu 21 Punkten! Viele Grüße, Klaus
Sat, 19.05.2012
Na dann herzlichen Glückwunsch zum Ergebnis in Hildeshein. Ich habs mir auch gerade online auf der Seite des Musikrates angesehen. Eine tolle Leistung. 22,7 Punkte ist ja ganz, ganz nah drann an [...]