Monday, 17. October 2011

Saxophonistenkrankheit

Kaum ein Saxophonist, der nicht daran leidet. Die Suche nach dem heiligen Gral perfekten Mundstück.

Als Anfänger habe ich mich lange mit einem »Ed Sperber« herumgequält und bin schier verzweifelt. Ein Freund empfahl mir dann ein »Otto Link 7*«, das ich bis heute spiele.

Zwischendurch kam die »Mundstückeritis« immer wieder zum Ausbruch und so sammelte sich im Lauf der Jahre eine Schublade voller Mundstücke an. Da gab es immer eins, auf dem dies oder jenes besser ging. Aber nach einiger Zeit hat mir etwas gefehlt und ich bin reuig zum Link zurück gekehrt.

Bei der Bigbandprobe gestern erzählten die Kollegen von der Firma Drake, die Mundstücke von Größen wie Charlie Parker oder Getz kopieren. Und wir haben laut darüber gelacht, dass beim neuen Modell »Stan Getz« sogar die Zahnspuren des Meisters eingearbeitet wurden.

Ist ja schließlich auch Quatsch zu erwarten, dass man mit dem gleichen Mundstück, Blatt, Blattschraube und Saxophon so wie ein anderer klingen würde. Mindestens 80 Prozent des Sounds entstehen beim Saxophon durch den Spieler: Tonvorstellung, Anblastechnik, Zahnstellung und so weiter. Durch Üben erreicht man mehr als durch neue Hardware. Und wer will schon so klingen wie Getz?

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Heute kam ich auf die dumme Idee, mir Bilder dieser Kuriosität anzuschauen. Und Himmel-noch-eins, sie planen ein Dexter-Gordon-Mundstück!

Im Handel scheint es das noch nicht zu geben. Bei Thomann ist es bisher nur das Modell Getz erhältlich. Hmm. Ob ich mir das Gordon-Mundstück zur Ansicht bestelle? In meiner Schublade ist ja noch Platz ...

Einen ausführlichen englischen Artikel zum Getz-Mundstück findet man bei Neff Music: Stan Getz Legend Series Tenor Saxophone Mouthpiece

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2 Comments to "Saxophonistenkrankheit"

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  1. Tobias
    17.10.2011 at 22:15 Permalink

    Ich mag Bob Reynolds’ Ratschlag dazu: The best mouthpiece in the world…is the one your playing (vorausgesetzt, Du hast eines gefunden, mit dem Du gut klar kommst); stimmt grundsätzlich überein mit dem, was Du schreibst.

    Das mit den Zahnspuren fand ich auch witzig. Btw, ich würde mich nicht dagegen wehren, den Sound von Getz zu haben…und Coltrane sah das ja bekanntlich auch so.

    Reply

  2. Klaus
    18.10.2011 at 20:46 Permalink

    Vor Jahrzehnten habe ich tatsächlich versucht, wie Getz zu klingen. Mit Kunststoff Otto Link 5* und schweren Blättern. Den Sound habe ich einigermaßen hinbekommen. Um dann festzustellen, dass mir Töne wie das hohe D und höher damit überhaupt nicht gefallen. Die gefallen mir auch bei Getz nicht ;-)

    Immerhin habe ich mich alleine durch die (Wieder)beschäftigung mit Mundstückfrage und Sound schon zwei Tage hintereinander zum Üben aufraffen können. Und mein Link 7* gefällt mir vom Sound her immer noch gut.

    Wenn es das “Dexter Gordon” Mundstück gibt, werde ich das trotzdem zur Ansicht bestellen, zusammen mit einem “normalen” Drake-Mundstück. Frank hat erzählt, dass die gut klingen sollen.

    Ehe der Euro und alles zusammenbricht, investiere ich vorher noch schnell in Mundstücke :-))

    Reply

1 Trackback to "Saxophonistenkrankheit"

  1. u1amo01 23/10/2011 at 16:05
    – Fortsetzung von Saxophonistenkrankheit – Die Ankündigung der Firma Drake, demnächst eine Kopie des Mundstücks von Dexter Gordon auf den Markt zu bringen, hat mich beschäftigt. Dabei sind durch Internetrecherchen die folgenden Ergebnisse zus

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Kommentare

Tue, 22.05.2012
Also einen Photo mit Espressomaschine würde ich kaufen…..
Sun, 20.05.2012
Danke. 2008 sahen Spitzenplätze ähnlich aus: Blue note (23,8), Swing Kids (23,5), Big Stuff (22,3). Das Jellyfish Jazz Orchestra gab es damals noch gar nicht! Eine großartige Leistung. [...]
Sun, 20.05.2012
Knapp. Platz 4 finde ich trotzdem ein sehr gutes Ergebnis, Glückwunsch!
Sat, 19.05.2012
Hallo Winfried, vielen Dank. Schade, dass ich Dein Ensemble nicht gehört habe. Klingt spannend. Und meinen Glückwunsch zu 21 Punkten! Viele Grüße, Klaus
Sat, 19.05.2012
Na dann herzlichen Glückwunsch zum Ergebnis in Hildeshein. Ich habs mir auch gerade online auf der Seite des Musikrates angesehen. Eine tolle Leistung. 22,7 Punkte ist ja ganz, ganz nah drann an [...]